3 Tage Erlebnis-Weekend Aktive Senioren
Mit grosser Vorfreude und gut gelaunt konnten 6 aktive Sportsfreunde am Sonntag 22.8.2021 um 07.11 Uhr mit dem Zug und Postauto nach Vrin im Val Lumnezia starten. Alleine schon die Fahrt durch die Rheinschlucht ist die Reise wert. Von Vrin brachte uns der lokale Bus nach Puzzatsch, wo wir den steilen Aufstieg anpackten. Am ersten Tag stand eigentlich nur die Wanderung von Puzzatsch auf 1660m ü.M, über den Pass Diesrut 2360m.ü.M. zur Greina Hochebene, vorbei an der Terri Hütte und Passo de la Greina, zur SAC Hütte Scaletta auf 2230m ü. Meer, auf dem Programm. Mit Schlafsack, Verpflegung für den Tag und etwas Ersatzwäsche mit Regenschutz im Rucksack. Auf dem Weg konnten noch einige etwas Geissenkäse aus dem Alp-Hofladen kaufen. Nach einem etwas luftigen Pick-Nick erreichten wir nach 4.5 Stunden wandern die Hütte vor dem angekündeten Regen. Dieser kam dann glücklicherweise erst in der Nacht. Die Aussicht auf die fast schon magisch erscheinende Greina Ebene mit den Bach- und Moorlandschaften und den einzigartigen Gesteinsformationen wurden wir am Abend auch noch mit einer deftigen Lasagne, kühlem Bier und gutem Wein und Gesprächen belohnt. Pünktlich zur Nachtruhe legten wir uns in die Betten, denn am Tag zwei standen weitere Herausforderungen mit wandern auf dem“ 6 Alpenpässe-Weg“ und eine ausgiebige Biketour auf dem “65 Gottardo Bike“ an. Unbemerkt haben wir die Grenze zwischen Graubünden und dem Tessin überschritten.
So konnten wir am Montag Morgen nach dem Frühstück bei Sonnenschein zu Fuss den 2-stündigen Abstieg nach Campo Blenio, vorbei an rauschenden Wasserfällen und frechen Murmeltieren, geniessen. In Campo Blenio warteten bereits unsere Bikes und die dazu erforderliche Spezialausrüstung, welche vorgängig mit einem Transporter hingefahren worden sind. Blitzschnell wechselten wir unser Tenu und nahmen den Weg nach Olivone unter die Räder. Die spektakuläre Abfahrt durch die Strada Vecchia del Sosto ist nichts für schwache Nerven, sie bietet einen atemberaubenden Ausblick ins Tal. In Olivone konnten wir unsere Vorräte auffüllen für die anstehenden 40 km Bike Tour über Asphalt, Naturbelag und Singletrail. Diese konditionell und teilweise auch technisch anspruchsvolle Strecke durch das Blenio Tal mit einigen Höhenmetern, konnten wir mit einem Bad in einer natürlichen Bergbach-Wanne abkühlen/unterbrechen. Der Auf- und Abstieg durch die herrliche Bergwelt, mit blühenden Wiesen, Lärchen- und Tannenwäldern, alten Tessiner Dörfern, der Burgruine Serravalle und Weinberge liessen uns die Zeit und die Anstrengungen vergessen. Unten in Biasca angekommen wussten wir: Es geht noch weiter. Wir stärkten uns in der Migros mit weiterem Proviant. In Biasca nahmen wir unsere Bikes mit in den Zug und fuhren hoch Richtung Gotthard nach Ambri, wechselten im Minutentakt die Talseite zur Standseilbahn Piora/Ritomsee. Huch, nach dem heissen Nachmittag in Biasca erwartete uns noch einmal eine diesmal jedoch kühle Bike-Fahrt entlang dem Ritomsee hoch zur Cadagno SAC Hütte auf 1980m ü. Meer. Zugegeben: Mehr Programm passte nicht mehr in den Tag ;-) Die warme Dusche und das anschliessende Nachtessen mit Fleischbällchen mit Risotto gaben wieder Kraft und wir spielten noch etwas Karten, bevor wir als letzte Gäste in die Betten fielen.
Am dritten Tag ging das Radeln von alleine und wo es der Berg nicht zugelassen hat, haben wir den Göppel halt geschoben und gehoben. Sicherheit geht vor. Die Steine prägten nun den Weg und hoch oben auf dem Passo del Sole auf 2350m , dem Übergang zwischen Val Leventina und Val Blenio (schon wieder!) zeigte sich nochmal ein Singletrail, der richtig Spass machte und uns beflügelte. Wieder unten in Olivone, richtig, da waren wir ja auch schon einmal, konnten wir gerade noch rechtzeitig vor der Mittagspause im Laden Erfrischungen besorgen. Die Verkäuferin hat extra für uns noch einmal aufgemacht. Das Glück war wieder mal auf unserer Seite. Wir haben die Singletrails alle heil und ohne Panne überstanden und genossen erleichtert die kühlen Getränke und die Glacéstängeli in vollen Zügen.. Die Abfahrt von Olivone nach Biasca machten wir im Konvoi auf der Hauptstrasse….das ging fast von selbst. Inzwischen stand unser Transporter mit der Bootsausrüstung und unseren Badehosen, Schwimmwesten usw. auch wieder am richtigen Ort. Wir verpflegten uns noch einmal in der Migros in Biasca und wechselten in die chillige Sommerausrüstung. Bei satten 27 Grad bestiegen 5 von uns die zwei Kanus. Wir paddelten durch das kristallklare Wasser und übten unsere Technik in den kritischen Stellen bei Sand und Kiesbänken. Teilweise auch mit unfreiwilligen Bad im erfrischend kühlen Ticino. Vor Lodrino, also vor den gefährlichen Stromschnellen, war der Plausch zu Ende. Hansruedi Kleiber brachte uns ein Siegerbier. Wir waren in diesem Moment alle glückliche Gewinner. Trotz einigen kleinen Blessuren, von den Steinen unter Wasser, stand uns die Freude ins Gesicht geschrieben. So teilte sich die Gruppe in 4 Zugfahrer mit leichtem Gepäck und 2 Autofahrer mit der Ausrüstung auf. Gegen 20.30 Uhr waren auch alle wieder heil und zufrieden zu Hause. In diesem Sinne vielen Dank an den Organisator Christian Ruepp , Co Organisator und Fahrzeug zur Verfügung Steller Hansruedi Kleiber und allen anderen Mithelfern. Bis zum nächsten Mal im schönen Schwizerland!
Jürg Heyer