, Franziska Fischer

06.-07. September 2025 Turnfahrt Frauenriege nach Rapperswil am Zürichsee

Samstagmorgen, 10 Minuten bis der Zug abfährt und 16  Frauen ohne Kaffee - so hätte diese Geschichte anfangen können. Aber praktisch veranlagt, verteilt man sich auf alle Kaffee-Stände der Bahnhofs-Passerelle und die Turnfahrt kann ordnungsgemäss, Dank einem feinen Apéro im Zug (Crémant rosé de leymental  von Ambros thüring und Späckbrötli von Ruepps) sicher standesgemäss und bestens gelaunt beginnen. In Rapperswil haben wir schön Zeit für einen lauschigen Stadtspaziergang, etwas Shopping, eine Brioche beim Bäcker - was das Gemüt halt grad braucht. Und nach einem gemeinsamen Picknick „al Porto“ in der wunderbaren September-Sonne, geht es weiter zum „Enea Baummuseum“ in Rapperswil-Jona. In der 75`000m2 grossen Parkanlage des berühmten Landschaftsarchitekten findet man lebendige Kunstwerke, oftmals weit über 100 Jahre alt, die bei Enzo Enea ihr letztes Zuhause gefunden haben, oder die auf einen Käufer mit genügend grossem Portemonnaie warten. Hier geniessen wir eine Führung und - jawohl - einen weiteren Apéro in sehr gediegenem Ambiente. Danach gehts zu Fuss dem See entgegen und zurück in die Stadt zum Abendessen beim Italiener am Hafen - inklusive Geburtstags-Ständeli der Kellner für eine vermeintliche Jubilarin und irgendwie schon fast ein wenig wie Ferien in Ascona. Am Sonntag dann gehen wir auf Stelzen. Genauer gesagt auf 233 Stelzen, auf welchen der fast 850m lange Holzsteg zwischen Rapperswil und Hurden verläuft. Auf diesem Steg überqueren Fussgänger seit dem Mittelalter den schmalen Durchgang zwischen Zürich- und Obersee, und auch wir gelangen über diesen Weg und das angrenzende Naturschutzgebiet nach Pfäffikon. Dort nehmen wir das Kursschiff auf die Insel Ufenau. Viele von uns wussten noch nicht einmal, dass es im Zürichsee Inseln gibt und offenbar sind wir bei weitem nicht die einzigen an diesem herrlichen Herbsttag, die diese Wissenslücke in natura schliessen wollen. Die wirklich traumhaft schön gelegene Gastwirtschaft auf der Insel hat alle Hände voll zu tun. Trotzdem reicht es für ein wirklich feines Mittagessen unter den Kastanienbäumen und für einen kleinen Verdauungsspaziergang um die Insel. Dann wartet schon das Schiff, das uns zurück nach Rapperswil bringt, von wo wir mit dem Zug wieder Basel zue fahren.

Die Leserin und der Leser merkt es, turnerische Höhenflüge und sonstige körperliche Kraftakte sind uns heuer erspart geblieben. Die Organisatorinnen Claudia und Karin haben uns stattdessen mit spannenden Quizzfragen und lustigen Challenges herausgefordert und uns an Orte geführt, wo man die Seele baumeln und sich kulinarisch verwöhnen lassen konnte. Man mag das finden, wie man will - aber, und ich glaube, ich schreibe da nicht nur für mich, diese „Genussfahrt“ hat vielen von uns die Möglichkeit gegeben, sich beim entspannten Gespräch, beim gemeinsamen Lachen und über den See in die Sonne Schauen wieder etwas näher zu kommen. Wir alle strampeln, hetzen und turnen uns doch irgendwie durch den Wahnsinn des Alltags und da ist so eine Turnfahrt einfach Gold Wert. 

Vielen lieben Dank an Claudia und Karin!!